epp
Ein elektronischer Wandparasite am neuen Gebäude der Informatikfakultät der Universität Oslo
Mehr InformationenIm Rahmen des Projektes "electronic life forms" entwickelten Pascal Glissmann von subcologne und Martina Höfflin vom Büro für Brauchbarkeit von September 2007-September 2010 einen elektronischen Muster Parasiten. Dieser Parasit ist ein Organismus, der sich vom Licht ausgehend seinen Weg quer über die Wand in die Struktur dieser frißt und dabei ein Muster hinterlässt. Bisher hat er noch nicht die gesamt Wand befallen und lässt dem Betrachter Raum für den weiteren möglichen Prozess des Fressens.
Runde Organe sitzen am Ende der Streifen und spiegeln den Grundgedanken des Gebäudes wieder. Als ein Zentrum für technische Kommunikation und Information, benutzt das IFI2 Gebäude intelligente Technologie, die es den Studierenden und Lehrenden erlaubt, ihre Arbeit und Forschung zu bewerkstelligen. Letzlich basieren alle diese Prozesse - astrahiert durch Interfaces, Bedienoberflächen und Bildschirme, die nicht hinterfragt oder überprüft werden - auf kleinen elektonischen Komponenten. Die parasitären Lebewesen an der Wand benutzen solche Komponenten, machen darauf aufmerksam und stellen diese absichtlich zur Schau. Sie nutzen das Sonnenlicht um durch Geräusche, die nicht steuerbar oder kontrollierbar sind, auf sich aufmerksam zu machen. Nachts werden sie still und suchen sich einen neuen Weg durch die Wand des Gebäudes.
Das Muster, das der epp hinterlässt, erinnert an die visuellen, technischen Bestandteile einer Platine und erscheint gleichzeitig durch Unregelmässigkeiten und durch die Organe natürlich und wachsend. Die Parasiten sind speziell gestaltete und produzierte, runde Platinen, deren Leiterbahnen teils sichtbar sind und teils von bis zu 2000 Kondensatoren, wild wuchernd, bedeckt sind. Sie wirken funktional und technisch, aber gleichzeitig auch organisch und schön.
Die Wandstruktur wurde im März 2010 in Zusammenarbeit mit StoVerotec, Lauingen und einer Spezialfirma für Akkustikwände direkt in die Wandstruktur eingearbeitet. Die Organismen sind handgelötet und wurden im September 2010 an die Wand angebracht. Die Eröffnung des Gebäudes ist für März 2011 geplant.
Webseite electronic life forms